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- Woche 39/2026: Menschen in für bayrisch gehaltener (Ver-)Kleidung
Sep 28, 2026 · original
Montag: Die Erfahrung lehrt, mit zunehmendem Alter fällt es immer schwerer, ein durchgefeiertes Wochenende zu verkraften, der Montag stellt die Quittung aus in Form tiefer Müdigkeit. Wie vergangene Woche berichtet, war ich seit dem Donnerstag mehr oder weniger gut am Glas, die Nächte kurz, dementsprechend die Erwartung an den heutigen Tag. Doch nichts davon, auch am frühen Nachmittag blieb die Müdigkeit im erträglichen Rahmen. Manchmal ist es überraschend. Aufgelockert wurde der Arbeitstag vormittags durch eine Brandschutzübung, die sich durch selbsttätiges Zufallen der Flurtüren ankündigte, wenig später ging das Alarmgetöse los. Bei diesen Gelegenheiten wächst mir als eingewiesenem Brandschutzhelfer eine gewisse Autorität zu, sobald die grellorange Warnweste angelegt ist. Dann bin ich befugt, alle Anwesenden ungeachtet ihrer Stellung und Position aus den Büros zu treiben. Doch gab es ni - Woche 38/2026: Man muss die Gelegenheiten nutzen, solange es noch möglich ist
Sep 21, 2026 · original
Montag: Manchmal muss man sich aufraffen. Und also raffte ich und besuchte nach einem von montäglicher Müdigkeit überschatteten Arbeitstag eine Chorprobe. Schon seit längerem reizt es mich, nach jahrelanger Gesangsabstinenz wieder gemeinsam zu singen, und so fand ich im Netz diesen gemischten Chor, der montagabends in fußläufiger Nähe zu unserer Wohnung probt. Dort versuche ich mich nun im Tenor, es ging schon ganz gut und war sehr erfreulich. Der gesellige Teil passt auch, nach der Probe begab man sich zum gemeinsamen Getränk in einen nahegelegenen Pub. Dadurch war ich erst recht spät zu Hause, weshalb vorstehende Zeilen erst am Dienstagmorgen notiert worden sind. Dienstag: Während des Mittagessens sah ich draußen einen jungen Kollegen vorbeigehen in Hemd und eng geschnittener Anzughose mit (früher: zu) kurzen Beinen, unter denen seine bloßen Fesseln hervortraten. Soweit nichts besonder - Woche 37/2026: Man muss es sich schön machen
Sep 14, 2026 · original
Montag: Zurück in der rauhen* Wirklichkeit des Erwerbslebens, wobei der erste Nachurlaubstag erträglich war. Im Maileingang eine gemeinsame Nachricht einer Kollegin und eines Kollegen aus Herford, mit Bild der beiden. Darin gratulieren sie mir (und sich selbst) zum vierzigjährigen Dienstjubiläum, wir fingen zusammen am 1. September 1986 an und sind die letzten Verbliebenen unseres Jahrgangs, die noch diesem Unternehmen angehören. *Ich weiß, nach gültiger Rechtschreibung schreibt man „rauen“. Wie schon früher dargelegt, erscheint es mir unvollständig ohne h. Aus ähnlichen Gründen schreibe ich weiterhin „Phantasie“. Ansonsten fand ich manche Gewerke, die ich vor dem Urlaub zurückließ, weiterhin unerledigt vor, wobei in den zwei Wochen nichts angebrannt ist, wie manche es auszudrücken pflegen. Vielmehr haben sich andere Kollegen der Themen angenommen, was die nicht neue und beruhigende Erke - Aufgewärmtes: Wir müssen reden
Sep 12, 2026 · original
Vorbemerkung: Wie schon mehrfach (von mir selbst) beklagt, sind hier neben den regelmäßigen Wochenrückblicken kaum noch längere Aufsätze zu lesen. Vielleicht ist es Bequemlichkeit oder Zeitmangel, vielleicht fällt mir nichts mehr ein. Deshalb sollen von nun an in unregelmäßigen Abständen, vielleicht einmal im Monat, ältere Texte, die mir auch heute noch einigermaßen gelungen erscheinen, mit behutsamen Anpassungen erneut veröffentlicht werden. Der folgende erschien erstmals am 8. September 2016, also vor ziemlich genau zehn Jahren. *** Wir müssen reden. So wie Hähne krähen, Störche, Klodeckel und Handwerk klappern, so muss der Mensch reden wo er geht und steht; der Rheinländer mehr, der Ostwestfale etwas weniger. Auch neigen die Damen nach meiner Beobachtung tendenziell etwas mehr zu wörtlicher Rede als die Herren, wobei mir Godesberger Frauen grundsätzlich ebenso lieb sind wie Güterslohe - Woche 36/2026: Auch für Schuppenflügler werden die Zeiten nicht besser
Sep 7, 2026 · original
Montag: Die zweite und letzte Urlaubswoche begann mit einer Wanderung . Zwar war es dafür bei knapp dreißig Grad zu warm, doch da ich diese Wanderung unbedingt machen wollte und die Wettervorhersage für die verbleibende Zeit, die wir noch hier sind, keine kühleren Tage in Aussicht stellte, entschied ich, heute sollte Wandertag sein. Und also wanderte ich ab unserem Haus in östliche Richtung über den Berg bis Sainte-Marguerite, ab da den nächsten Berg hoch, den Hang entlang oberhalb von Les Valettes, durch eine landschaftlich beeindruckende Hochebene, schließlich der Abstieg bis Saint-Sébastien, zurück durch die Felder. Erstaunlich die Komoot-Klassifizierung der Tour als „Moderat“. Sie weist erhebliche, lange Steigungen auf und auf der zweiten Hälfte ab Sainte-Marguerite grobsteinige Kraxel-Abschnitte mit Abrutsch- und Stolpergefahr, man muss vor allem bergab sehr aufpassen, der Gebrauch - Woche 35/2026: Ohne größere Anstrengung bei farbenfrohem Wetter
Aug 31, 2026 · original
Hinweis: Der folgende Wochenrückblick kann Wiederholungen in Text und Bild zu Vorjahren enthalten. Hierfür bitte ich um Verständnis. Montag: Der Rosé des Vorabends wirkte etwas nach. Deshalb begab ich mich nach dem Frühstück zunächst zum Lesen mit dem Liegestuhl in den Zypressenschatten im Garten. Dort wachsen zurzeit seltsame braune Kugeln aus dem Boden, die (zum Glück nur optisch) eine gewisse Ähnlichkeit mit den Hinterlassenschaften von Pferden aufweisen. Wie das allwissende Netz erklärt, handelt es sich dabei um Exemplare des Gemeinen Erbsenstreulings , einer Pilzart. Pisolithus arhizus Mittags fuhren wir mit dem Bus nach Vaison-la-Romaine, wo der Liebste bei einem Fahrradverleih Räder reserviert hatte, etwa zum halben Preis wie die örtlichen Anbieter hier in Malaucène. Die Rückfahrt war trotz elektrischer Unterstützung anstrengend, da es wieder heiß geworden ist, dazu blies permanen - Woche 34/2026: Ein kollektives „Endlich“
Aug 24, 2026 · original
Montag: Was sich als Thema für Smoltok bewährt hat, gilt für Blogs gleichermaßen: Wetter geht immer. Die große Hitze scheint vorläufig vorüber zu sein, der Tag begann mit Regen, ein allgemeines Aufatmen, ein kollektives „Endlich“ war zu vernehmen. Da ich ungern mit nassen Hosenbeinen im Büro sitze, fuhr ich nach längerer Zeit mit der Bahn zum Werk, die trotz weiterhin halber Zuglänge und dank Sommerferien nicht sehr voll war. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadtwerke es bis zum Ende der Ferien schaffen, wenigstens einen Teil der sechzig immer noch außer Betrieb befindlichen Wagen wieder einzusetzen, auch hier wäre ein „Endlich“ dringend erforderlich. Bei Ankunft im Turm waren die Jalousien am gesamten Gebäude weiterhin herabgelassen und sie ließen sich nicht hochfahren. Mein Anruf bei der Haustechnik wurde freundlich aufgenommen, man gebe es weiter. Nach dem Mittagessen ein weiterer Endli - Woche 33/2026: Es gilt die Unschuldsbehauptung
Aug 17, 2026 · original
Montag: Seit einiger Zeit zeigt mir WordPress an, was ich heute vor x Jahren schrieb. Manchmal staune ich über mich selbst, denke bei aller Bescheidenheit: nicht schlecht. Vor sechs Jahren schrieb ich, was auch für den aktuellen Tag zutreffend wäre: Die erste Hälfte des Tages war von geradezu schmerzhafter Unlust begleitet, nach dem Mittagessen wurde es nur geringfügig besser. Erst der Abend zu Hause mit den Lieben und Begleitgetränk auf dem Balkon war ganz schön. Dieses Konzept „Arbeiten um zu leben“ bedarf der Nachbesserung. Erkenntnis während der ersten Besprechung des Tages: Es sind nicht nur die Jüngeren, die ständig und an unpassenden Stellen „tatsächlich“ sagen müssen, auch Leute in meinem Alter schaffen es, fast jeden gesprochenen Satz mit dem Wort zu verunzieren. Vielleicht wurden sie von den Jüngeren infiziert, womöglich gilt ähnliches schon bald für „genau“. In Bonn herrscht w - Woche 32/2026: Rad- und Achsbruch
Aug 10, 2026 · original
Montag: Da heute Schreiblust und Inspiration bis zum Abend ausblieben, gibt es nichts, was über den ansonsten nicht zu beanstandenden Beginn dieser kleinen Woche zu berichten wäre. Alles Weitere finden Sie in den von Ihnen bevorzugten Medien. Dienstag: In der vergangenen Nacht muss es nennenswert geregnet haben, jedenfalls zeugten morgens mehrere Pfützen am Wegesrand davon. Davon war nachmittags auf dem Rückweg nichts mehr zu sehen, dafür rann mir das Wasser von der Stirn und aus den Poren, nur mit letzter Kraft erreichte ich eine schattige Außengastronomie in der Innenstadt, wo mich ein Helles erquickte. Eine voluminöse Frau in einem viel zu kurzen gestreiften Sommerkleid, darunter mutmaßlich nichts, hinter sich eine Laptoptasche her schleifend, blieb in der Nähe meines Tisches stehen, schaute ins Leere und redete Wirres, ehe sie weiterzog. Vermutlich keine unmittelbare Hitzefolge. Ein - Woche 31/2026: In gefestigter Stimmung
Aug 3, 2026 · original
Montag: „Mir war wichtig, euch abzuholen , damit ihr damit fein seid“, sagte einer am Ende der von ihm einberufenen Besprechung. Wie so geredet wird, wahrscheinlich war ich wieder mal der einzige in der Runde, der daran innerlich Anstoß nahm. Dafür finde ich das Wort „Ablagevertragsaufnahmeerleichterungshilfe“ als Titel eines Verbesserungsvorschlags aus dem Betrieblichen Vorschlagswesen ganz wunderbar; allein schon dafür verdient der Einreicher eine Prämie. Vorschlagswesen ist im Übrigen auch ein schönes Wort, aus dem Autoren wie Walter Moers vielleicht eine Figur schaffen können, zum Beispiel einen Gnom, der jeden Satz mit „Wir könnten doch …“ beginnt. In dem Zusammenhang stellt sich mir spontan die Frage, wie der Vorschlaghammer zu seinem Namen kam. Dienstag: Ein schönes Wort ist auch „Mehrzweckeier“, laut Zeitungsbericht nicht zugelassen zur diesjährigen Wahl für das Jugendwort des Ja
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